Niederlage für die SVP: Sicherheitsoffensive im Grossen Rat gestoppt

21. November 2012

Der zwei­te Teil der Si­cher­heits­de­bat­te im Par­la­ment ver­lief wie der ers­te vor ei­ner Wo­che: Rot-grün schmet­ter­te al­le Vor­stös­se ab. Für Un­mut bei den Bür­ger­li­chen sorg­te der Stich­ent­scheid von Gross­rats­prä­si­dent Go­e­pfert ge­gen mehr Vi­deo­über­wa­chung.

Wel­ten prall­ten auf­ein­an­der bei der De­bat­te der ver­blei­ben­den neun Vor­stös­se aus der so­ge­nann­ten «Si­cher­heits­of­fen­si­ve» der SVP, die die­se im Wahl­kampf lan­ciert hat­te. Rot-grün lehn­te die Über­wei­sung al­ler Vor­stös­se ab. Be­grün­det hat­ten die Spre­cher der Frak­tio­nen dies be­reits letz­te Wo­che, heu­te dop­pel­te SP-Frak­ti­ons­prä­si­den­tin Tan­ja So­land nach: «Wir sind be­reit, ei­ne fun­dier­te Si­cher­heits­de­bat­te zu füh­ren. Aber nicht ei­ne Men­ge an po­pu­lis­ti­schen Ein­zel­vor­stös­sen zu über­wei­sen.» Die Re­gie­rung hat­te sich im Vor­feld be­reit er­klärt, al­le Vor­stös­se ent­ge­gen­zu­neh­men und dar­über zu be­rich­ten. Doch Rot-grün ging es ums Prin­zip. Nur sel­ten trat ein Spre­cher ans Red­ner­pult, um ei­ne Rück­wei­sung ge­son­dert zu be­grün­den. So nann­te Jürg Stöck­lin (Grü­ne) die von Alex­an­der Gröf­lin (SVP) ge­for­der­ten La­ger für re­ni­ten­te und kri­mi­nel­le Asyl­be­wer­ber «un­mensch­lich und un­wür­dig».

Auch ge­gen Park-Be­leuch­tung

Béatri­ce Al­der (Grü­ne) wand­te sich ge­gen ei­ne Prü­fung der Be­leuch­tung in den Bas­ler Park­an­la­gen mit dem Ar­gu­ment: «Es ist ei­ne ab­sur­de Idee, 24 Stun­den Si­cher­heit zu for­dern. Das Le­ben ist per se ge­fähr­lich». Hier platz­te nun LDP-Ver­tre­ter An­dré Au­der­set der Kra­gen: «Sie ver­hal­ten sich äus­serst un­pro­fes­sio­nell, wenn sie ein­fach al­les ab­leh­nen, was die SVP bringt. So­gar ei­ne bes­se­re Be­leuch­tung.» Und dann läu­te­te er die nächs­te kämp­fe­ri­sche Run­de in der zeit­wei­se oh­ne­hin ge­häs­si­gen De­bat­te ein: «Sie wol­len wohl No-Go-Are­as in die­ser Stadt». Das war nicht die ers­te At­ta­cke in die­ser De­bat­te; be­reits zu­vor hat­te sich die Grü­ne Si­bel Ars­lan süf­fi­sant bei SVP-Mann To­ni Ca­sa­gran­de er­kun­digt, ob er sich von sei­nem Vor­schlag, pri­va­te Si­cher­heits­diens­te am Rhein­bord ein­zu­set­zen, mehr Auf­trä­ge für sei­ne Si­cher­heits­fir­ma er­hof­fe. De­ren Füh­rung ha­be er vor zwei Jah­ren ab­ge­ge­ben, er­wi­der­te Ca­sa­gran­de. An­sons­ten ha­gel­te es von links Wor­te wie «un­wür­dig», «un­mensch­lich», «po­pu­lis­tisch» und «Schaum­schlä­ge­rei», wäh­rend die SVP der SP die Schuld an der Kri­mi­na­li­tät in Ba­sel in die Schu­he zu schie­ben ver­such­te.

Gross­rats­prä­si­dent als Ab­weich­ler

Für Em­pö­rung im Bür­ger­li­chen La­ger sorg­te Gross­rats­prä­si­dent Da­ni­el Go­e­pfert (SP). Die­ser schick­te per Stich­ent­scheid ei­nen wei­te­ren Vor­stoss bach­ab, der neur­al­gi­sche Plät­ze mit Vi­deo­ka­me­ras über­wa­chen las­sen woll­te. Weil er dies ent­ge­gen sei­ner An­kün­di­gung zu Be­ginn des Amts­jah­res tat, er wür­de bei An­zü­gen grund­sätz­lich für «über­wei­sen» stim­men, zog er sich den Zorn der Rech­ten zu. SVP-Gross­rat Hein­rich Über­was­ser gab un­er­laub­ter­wei­se ei­ne per­sön­li­che Er­klä­rung ab: Dass Go­e­pfert ge­sagt ha­be, es kä­men noch wei­te­re Vor­stös­se «die­ser Art», sei «re­spekt­los» ge­we­sen. Am En­de der De­bat­te war die SVP mit kei­nem ein­zi­gen ih­rer zehn Si­cher­heits­vor­stös­se durch­ge­kom­men. Un­ter an­de­rem auch, weil die bür­ger­li­chen Frak­tio­nen ein­mal mehr deut­lich mehr Ab­sen­zen zu ver­zeich­nen hat­ten, als SP und Grü­ne.

 

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