Vergewaltigung von Emmen: Staatsanwaltschaft überprüft tausende Handybesitzer

1. März 2016

sda

Nach der Vergewaltigung bei Emmen LU im Sommer 2015 sucht die Luzerner Staatsanwaltschaft weiter mit ungewöhnlichen Massnahmen nach dem Täter. Sie überprüft mehrere tausend Handynummern und deren Besitzer, die zur Tatzeit bei einer Antenne in der Nähe eingeloggt waren.

Der Sprecher der Luzerner Staatsanwaltschaft, Simon Kopp, bestätigte auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda entsprechende Informationen des Lokalfernsehsenders «Tele 1».

Die Behörden verlangten die Herausgabe der Handydaten jener Geräte, die kurz vor, während oder nach der Tatzeit von einer Mobilfunkantenne in der Nähe des Tatorts registriert worden waren. Das Luzerner Zwangsmassnahmengericht habe einem entsprechenden Antrag stattgegeben, sagte Kopp.

Die entsprechende Liste umfasst gemäss dem Sprecher der Staatsanwaltschaft mehrere tausend Telefonnummern. Die Antenne in der Nähe des Tatorts liegt auch unweit einer Autobahn.

Nun sollen die Nummern und Besitzer in akribischer Kleinarbeit überprüft werden. Im Einzelfall könnten unter anderem Alibiabklärungen, Befragungen oder auch DNS-Tests durchgeführt werden, sagte Simon Kopp weiter.

Weil die Telefonnummern teilweise auf Firmen registriert sind, fordert die Staatsanwaltschaft die Unternehmen per Brief zur Herausgabe der entsprechenden Benutzernahmen auf. Die Briefe dazu seien in den vergangenen Tagen verschickt worden.

Opfer gelähmt

Ein Unbekannter hatte am 21. Juli 2015 bei Emmen an der Reuss eine 26-jährige Frau vom Velo gerissen und in einem nahen Waldstück vergewaltigt. Die Frau erlitt bei dem Überfall schwerste Verletzungen. Ihre Arme und Beine sind laut Behörden komplett gelähmt.

Die Ermittler konnten unter anderem an den Kleidern des Opfers die mutmassliche DNS des Täters sicherstellen. Gemäss der vagen Beschreibung des Opfers ist der Gesuchte ein 19 bis 25 Jahre alter Raucher mit dunklem gekrausten Haar.

Der Fall löste eine der aufwändigsten Ermittlungsaktionen im Kanton Luzern aus. Mehrere Massnahmen wie ein Massengentest unter 355 Männern, eine Belohnung von 10,000 Franken sowie mehrere Aufrufe an die Bevölkerung führten bislang nicht zum Täter.

 

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