Bundesgericht weist Beschwerde gegen Berner Sozialhilfegesetz ab

4. September 2012

Beschwerdeführer sehen trotzdem Teilerfolg

Die I. So­zi­al­recht­li­chen Ab­tei­lung des Bun­des­ge­richts hat heu­te die Be­schwer­de ge­gen die Re­vi­si­on des Ber­ner So­zi­al­hil­fe­ge­set­zes mit 3 zu 2 Stim­men ab­ge­wie­sen. Die Mehr­heit des Ge­richts ar­gu­men­tier­te, dass das Ge­setz ver­fas­sung­mäs­sig aus­ge­legt wer­den kön­ne, auch wenn die Be­fug­nis­se der Be­hör­den wei­ter gin­gen als in an­de­ren Kan­to­nen.

Ge­mäss heu­ti­gem Ur­teil muss die be­trof­fe­ne Per­son über die spä­te­re Ein­ho­lung ei­ner In­for­ma­ti­on ge­stützt auf die Ge­ne­ral­voll­macht im Ein­zel­fall in­for­miert wer­den. Dies un­ter dem aus­drück­li­chen Hin­weis, dass die Voll­macht von Be­trof­fe­nen je­der­zeit wi­der­ru­fen wer­den kann. Ein Wi­der­ruf kann höchs­tens ei­ne Kür­zung von Leis­tun­gen, hin­ge­gen nicht ei­ne voll­stän­di­ge Ein­stel­lung von Leis­tun­gen zur Fol­ge ha­ben.

Die Rich­te­rIn­nen sind sich ei­nig, dass das re­vi­dier­te So­zi­al­hil­fe­ge­setz des Kan­tons Bern „kei­ne Stern­stun­de der Ge­setz­ge­bung“ ist. Trotz­dem wei­sen die Rich­te­rIn­nen die Be­schwer­de mit ei­nem Stim­men­ver­hält­nis 3:2 knapp ab. Der Grund zur Ab­leh­nung se­hen die ob­sie­gen­den Rich­te­rIn­nen dar­in, dass das Ge­setz von den So­zi­al­hil­fe­be­hör­den ver­fas­sungs­kon­form aus­ge­legt wer­den kön­ne, in­dem man es nicht streng nach dem Wort­laut an­wen­de. Die Be­schrän­kun­gen in der An­wen­dung der Ge­ne­ral­voll­macht sind für die Be­schwer­de­füh­ren­den ein gros­ser Er­folg.

 

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