Schärferes Asylgesetz kommt vors Volk

23. Januar 2013

63'666 gül­ti­ge Un­ter­schrif­ten: Das von Lin­ken und Grü­nen ein­ge­reich­te Re­fe­ren­dum ge­gen die dring­li­chen Än­de­run­gen des Asyl­ge­set­zes ist zu­stan­de ge­kom­men.

Die Schwei­zer Be­völ­ke­rung wird sich zu den dring­li­chen Än­de­run­gen des Asyl­ge­set­zes äus­sern kön­nen. Von den 63'782 für ein Re­fe­ren­dum ein­ge­reich­ten Un­ter­schrif­ten sind laut Bun­des­kanz­lei 63'666 gül­tig. Nö­tig wa­ren 50'000 Un­ter­schrif­ten.

Da das Par­la­ment die Än­de­rung des Asyl­ge­set­zes am 28. Sep­tem­ber 2012 mit ei­ner Dring­lich­keits­klau­sel ver­sah, ist im Fal­le ei­nes Re­fe­ren­dums ei­ne ob­li­ga­to­ri­sche Volks­ab­stim­mung in­ner­halb ei­nes Jah­res nö­tig. Die Bun­des­kanz­lei hat des­halb die Aus­zäh­lung der Un­ter­schrif­ten vor­ge­zo­gen.

Die­ses Vor­ge­hen er­lau­be es dem Bun­des­rat, die Vor­la­gen der eid­ge­nös­si­schen Volks­ab­stim­mung vom 9. Ju­ni 2013 in vol­ler Kennt­nis der Sach­la­ge fest­zu­le­gen, schreibt die Bun­des­kanz­lei.

Streit­punk­te Vi­sa und De­ser­teu­re

Weil die Ge­set­zes­än­de­run­gen für dring­lich er­klärt wur­den, sind sie be­reits in Kraft ge­tre­ten. Sie gel­ten be­fris­tet bis En­de Sep­tem­ber 2015, so­fern die Rä­te sie nicht vor­her ins or­dent­li­che Recht über­füh­ren. Lehnt das Volk das Ge­setz ab, gel­ten die dring­li­chen Än­de­run­gen bis En­de Sep­tem­ber 2013.

Die Geg­ner der Ge­set­zes­re­vi­si­on kri­ti­sie­ren vor al­lem, dass auf Schwei­zer Bot­schaf­ten kei­ne Asyl­ge­su­che mehr ein­ge­reicht wer­den dür­fen und dass Wehr­dienst­ver­wei­ge­rer und De­ser­teu­re nicht mehr als Flücht­lin­ge an­er­kannt wer­den.

Das Re­fe­ren­dum hat­te na­ment­lich die SP ge­spal­ten. Im Vor­der­grund stan­den für vie­le tak­ti­sche Über­le­gun­gen: Das Re­fe­ren­dum sei kon­tra­pro­duk­tiv, warn­te SP-Prä­si­dent Chris­ti­an Lev­rat. Da das Volk der Re­vi­si­on wohl zu­stim­me, eb­ne die Ab­stim­mung am En­de bloss den Weg für wei­te­re Ver­schär­fun­gen des Asyl­ge­set­zes.

 

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